Die Passauer Innstadt. Foto: Sabine Brummer
Die Passauer Innstadt. Foto: Sabine Brummer

Neue Verbesserungen für den Innstadt-Verkehr

Der Ausschuss für Ordnung behandelt die Ausweitung des Durchfahrtsverbots auch für Reisebusse und die Prüfung der Wirksamkeit von „Pförtnerampeln“

Die Sache mit dem Verkehr in Passau

Bereits seit vielen Jahren ist der Verkehr in der Passauer Innstadt ein großes Thema, das die Verwaltung der Stadt Passau intensiv beschäftigt. Basierend auf einer Erhebung zum Lkw- und Busverkehr sowie über Zahlen zum Tankstellenverkehr aus dem letzten Jahr, hat die Stadt verschiedene Alternativen zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse aufgezeigt. In seiner Sitzung am Montag, 26.11.2018 befasst sich der Ausschuss für Ordnung nun damit, das bestehende Durchfahrtsverbot für Lkw über 7,5 t auch auf Reisebusse auszuweiten und die Installation von Pförtnerampeln näher prüfen zu lassen.

Verkehrsfluss soll optimiert werden

Oberbürgermeister Jürgen Dupper: „Wir haben erneut die Verkehrssituation in der Innstadt analysiert und unsere verkehrsrechtlichen Handlungsspielräume geprüft. Mit den vorliegenden Planungen können sicherlich weitere Verbesserungen zu den von uns bereits umgesetzten Maßnahmen erreicht und damit der Verkehrsfluss in diesem Bereich optimiert werden.“

Durchfahrtsverbot wird ausgeweitet

Der erste Teil des Vorschlags der Stadtverwaltung umfasst die Ausweitung des bestehenden Durchfahrtsverbots für Lkws über 7,5 t auf Reisebusse. Da diese Fahrzeuge – genauso wie Lkws – wegen ihrer Länge große Probleme haben, die Engstellen der historischen Innstadt zu passieren, erscheint es sinnvoll, das Verbot auch auf durchfahrende Reisebusse auszuweiten, zumal diese wegen der geschaffenen Lände für Kreuzfahrtschiffe in Engelhartszell stark zugenommen haben. Nach einer Erhebung vom Juni 2018 könnten damit täglich etwa 35 bis 40 Durchfahrten von Reisebussen vermieden werden.

Pförtnerampeln an Grenzübergängen

Als zweiter Punkt soll die Verwaltung damit beauftragt werden, durch ein Verkehrsplanungsbüro die Installation von Pförtnerampeln an den größeren Grenzübergängen mit den zu erwartenden Kosten näher prüfen zu lassen. Damit könnte Vorsorge für zukünftige Verkehrszunahmen, etwa durch weitere Mineralölsteuererhöhungen oder durch die Autobahnmaut, getroffen werden. Zur Durchsetzung des Verbots sollen darüber hinaus in Zusammenarbeit mit der Polizei Kontrollmechanismen gefunden werden, die eine rechtssichere Ahndung ermöglichen.

Durchgeführte und geplante Maßnahmen

Zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse in der Innstadt wurden in letzter Zeit zahlreiche Maßnahmen durchgeführt, weitere sind geplant.
Diese sind insbesondere

  • Deckenbaumaßahme Mariahilfberg inklusive einer Bordsteinabsenkung am Fußgängerüberweg
  • Querungshilfen z. B. in Haibach, auf Höhe des Jesuitenschlössls und in der Johann- Bergler-Straße; auf Höhe Kapuzinerstraße 26 ist eine Querungshilfe geplant
  • Fahrradschutzstreifen in der Wiener Straße und in der Kapzinerstraße
  • Verbesserung der Radwegbeschilderung in allen Stadtteilen
  • Ausbau der Radabstellanlagen
  • Überprüfung der Buslinien im Zuge der derzeit laufenden Direktvergabe des ÖPNV
  • Verbesserungen an allen Haltestellen im Stadtgebiet (Barrieren reduzieren, Ausstattungaufwerten); bereits abgeschlossen Bedarfshaltestelle Achleiten

Weitgehend gleichbleibendes Verkehrsaufkommen

Das Ordnungsamt hat im November letzten Jahres eine detaillierte Verkehrszählung in der Innstadt durchgeführt und die Ergebnisse im Februar dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr mitgeteilt. Dabei wurde auf der Marienbrücke ein Wert von 13.298 Fahrzeugen für beide Fahrtrichtungen ermittelt. Bei der letzten Erhebung im Jahr 2013 wurden im selben Tageszeitraum 12.994 Fahrzeuge in beiden Fahrtrichtungen und damit eine marginal abweichende Zahl festgestellt. Betrachtet man das durchschnittliche tägliche Verkehrsaufkommen an dieser Messstelle (24 Stunden), kommt man auf 18.000 Fahrzeugen, was ebenfalls dem Mittelwert der letzten 5 Jahre entspricht (+/- 300). Insgesamt wurden 397 Großfahrzeuge gezählt, wovon 292 dem Zielverkehr und 105 dem Durchfahrtsverkehr zugeteilt werden.

Verkehrsbehinderungen überwiegend durch Großfahrzeuge und Unfälle

Auftretende Verkehrsbehinderungen werden in der Regel dadurch verursacht, dass sich Großfahrzeuge an den Engstellen in der Innstadt begegnen bzw. wenn es dabei zu einem Unfall oder zu einer Panne kommt. Aus diesem Grund hat die Stadt Passau bereits die Durchfahrt des Schwerlastverkehrs über 7,5 t, mit Ausnahme des Anliegerverkehrs, untersagt. Ausnahmegenehmigungen wurden auf ein Mindestmaß reduziert und nur für Firmen erteilt, deren Ausgangs- und Zielort sich im Stadtgebiet und auf österreichischer Seite innerhalb eines Korridors von maximal 5 km, gerechnet ab dem jeweiligen Grenzübergang, befinden. Seither gibt es diese Ausnahmegenehmigungen nur noch für insgesamt fünf Firmen. Die Stadt Passau beobachtet die Entwicklung der genehmigten Fahrten und wird die Regelungen z. B. bei Ausweitung der Betriebskapazitäten ggf. anpassen.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Stadt Passau.

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