Organspendeausweis. Symbolfoto: Pascal Höfig
Organspendeausweis. Symbolfoto: Pascal Höfig

Was man zur Organspende wissen muss

Mehr als 10.000 Menschen warten in Deutschland auf ein lebensrettendes Spenderorgan. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat jetzt die Debatte zur Widerspruchslösung angestoßen. Doch was heißt das überhaupt genau und was gibt es sonst noch Wissenswertes zur Organspende zu wissen?

Die Entscheidungslösung

Jedes Land in Europa geht ein wenig anders mit der Organspende um. So herrscht in Deutschland im Moment die sogenannte Entscheidungslösung, das heißt, eine Spende ist nur zulässig, wenn die Zustimmung vorliegt. Die Bürger sollen sich daher über die Spende auf Grund von Informationsmaterialien auseinandersetzen. Die Infos und auch einen Spendeausweis erhalten Krankenversicherte von den Krankenkassen und Versicherungsunternehmen.

Die (erweiterte) Zustimmungslösung

In Dänemark, Griechenland, Großbritannien und der Schweiz beispielsweise, gilt die (erweiterte) Zustimmungslösung. Organe werden nur entnommen, wenn eine Zustimmung zu Lebzeiten erfolgt ist. Der Unterschied zu Deutschland ist nur, dass die Angehörigen stellvertretend für die verstorbene Person entscheiden können, falls keine Entscheidung zu Lebzeiten gefallen ist.

Die Widerspruchslösung

Bei der Widerspruchslösung, die jetzt Spahn anregte, muss die verstorbene Person einer Organspende zu Lebzeiten ausdrücklich widersprechen, sonst dürfen grundsätzlich Organe entnommen werden. Diese Lösung gilt beispielsweise in Frankreich, Italien, Spanien und der Türkei. Auch die Niederlande haben kürzlich diesen Lösungsansatz beschlossen.

Sinkende Spenderzahlen

Laut der FAZ wurden im Jahr 2017, 797 Verstorbenen Organe entnommen, im Vorjahr waren es noch 857. Grund für die geringe Spenderzahl war wohl hauptsächlich der Skandal 2012. Hier wurde bekannt, dass Ärzte an mehreren deutschen Kliniken Patientendaten manipulierten und so die Vergabe von Spenderlebern beeinflussten.

Welche Vorraussetzungen gibt es für die Spende?

Die meisten Spender pro eine Million Einwohner finden sich in Spanien, danach in den USA und in Frankreich. Nur wenige Verstorbene kommen dann überhaupt in Betracht für die Organspende, denn die Organe können nur entnommen werden, wenn der Hirntod vor dem Herzstillstand eintritt. Der Kreislauf wird dann solange durch künstliche Beatmung aufrecht erhalten, so dass die Organe und das Gewebe weiter durchblutet wird.

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