Wasserrettung am Badesee. Foto: Pascal Höfig
Wasserrettung am Badesee. Foto: Pascal Höfig

Schwimmbad oder Baggersee: Tipps für das sichere Baden

Leichtsinn, Übermut, Selbstüberschätzung

Auf der Suche nach Abkühlung tummeln sich zahlreiche Menschen in diesen Tagen in den Schwimmbädern, an Baggerseen, im Gartenpool oder sogar in den hiesigen Flüssen. Bei den aktuellen Rekordtemperaturen auch kein Wunder. Bei aller Wärme sollte aber beim Baden immer ein „kühler Kopf“ bewahrt werden.

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Leichtsinn, Übermut, Selbstüberschätzung, Unkenntnis der Gefahren und auch mangelnde Schwimmfähigkeiten – das sind der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) zufolge die Hauptursachen für Badeunfälle. In Bayern starben im ersten Halbjahr 2018 bereits 45 Menschen bei solchen Unfällen.

Wassertemperaturen nicht unterschätzen

Unterschätzt werden vor allem an Seen oft die Wassertemperatur. Baggerseen beispielsweise sind in der Regel sehr tief und nur die oberen Schichten sind erwärmt. Tiefer liegende Wasserschichten sind deutlich kühler.

Die Folgen: Der Schwimmer kühlt aus, er verliert Energie, die Leistung sinkt, Krämpfe drohen. Wer zu frieren beginnt, der sollte das Wasser sofort verlassen. Auf keinen Fall mit einem sportlichen Kopfsprung in ein unbekanntes Gewässer springen, das kann lebensgefährlich sein.

Wasserwacht am Baggersee. Foto: Pascal Höfig

Wasserwacht am Baggersee. Foto: Pascal Höfig

Schwimmen im Fluss

Auch in der Donau, im Inn und der Ilz sieht man ab und zu Leute schwimmen. In Flüssen sollten grundsätzlich nur diejenigen schwimmen, die fit und gesund sind, denn dort lauern viele Gefahren. Im Zweifel lieber darauf verzichten. Die DLRG warnt vor überraschenden Untiefen und Brückenpfeiler, die die Strömung verändern und dadurch Sogwirkungen auslösen können. In Flüssen müsse man auch immer wieder mit Treibgut wie Ästen rechnen und mit Unterwasserhindernissen wie entsorgten Fahrrädern. Außerdem sollte man sich nicht zu lange im Wasser aufhalten, denn Flüsse erwärmen sich nie so stark wie Seen. Die Fließgeschwindigkeit ist oft von außen auch nicht einzuschätzen.

Verboten sind die Bereiche von 100 m oberhalb bis 100 m unterhalb von Brücken, Wehr- und Schleusenanlagen, einschließlich der Schleusenvorhäfen, Kraftwerksanlagen und Hafeneinfahrten. Sprünge von Brücken – wie in letzter Zeit häufig zu beobachten war – sind fast überall verboten und lösen regelmäßig Großeinsätze für Feuerwehr, DLRG und Wasserwacht aus. Besonders gefährlich und unterschätzt ist der Sog im Bereich von Schiffen.

Auch geübten Schwimmern drohen Gefahren

Beachtet beim Schwimmen grundsätzlich diese Baderegeln:

  • Springt nicht überhitzt ins Wasser, sondern duscht vorher und geht langsam hinein
  • Geht nicht mit vollem und nicht mit leerem Magen ins Wasser
  • Überschätzt Eure Kräfte nicht: Schwimmen im kalten Wasser verbraucht mehr Energie als Schwimmen im warmen Wasser
  • Geht nicht schwimmen, wenn Ihr müde seid
  • Bekommt Ihr beim Schwimmen einen Krampf in Fuß, Bein oder Hand, dann dreht Euch in Rückenlage, bewahrt möglichst die Ruhe. Wenn Ihr gar nicht mehr schwimmen könnt, ruft um Hilfe!
  • Kinder, die nicht schwimmen können, müssen am und im Wasser grundsätzlich Schwimmflügel tragen – auch wenn sie nur am Wasserrand spielen. Lasst Kinder (kleine und große) am Wasser nie aus den Augen!
  • Geht bei Gewitter sofort aus dem Wasser

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Wasser- und Schifffahrtsamt Schweinfurt, Wasserwacht und der DLRG.

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