Alte Möbel aufwerten und dabei Geflüchteten einen Zugang zur Berufswelt schaffen – das ist die Idee hinter "Aufgemöbelt". Foto: Aufgemöbelt Passau
Alte Möbel aufwerten und dabei Geflüchteten einen Zugang zur Berufswelt schaffen – das ist die Idee hinter "Aufgemöbelt". Foto: Aufgemöbelt Passau

„Aufgemöbelt“: Das nachhaltige und soziale Passauer Start-up mit Herz 

Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von Sarah, Linda und Nicki und Aufgemöbelt Passau. 

Das studentische Projekt Aufgemöbelt verfolgt die Idee, alte Möbelstücke neu aufzuwerten und kreativ zu individualisieren. Das Team organisiert für Geflüchtete Praktika in lokalen Handwerksbetrieben, im Rahmen derer das Upcycling der Möbelstücke erfolgt. Man findet die hochwertigen Unikate dann wiederum in verschiedenen Passauer Cafés, wo man sie bestaunen, benutzen und auch direkt kaufen kann. Aber wie kam es zu dieser Projektidee?

Von der Idee zum Unternehmen mit großem, grünem Herz

Die Geschichte unserer Projektgruppe Aufgemöbelt begann vor etwa zwei Jahren mit der Idee, alten Möbelstücken mit Unterstützung des lokalen Handwerks ein neues Leben und neuen Glanz zu geben. Als Teil eines weltweiten Netzwerkes von Enactus-Hochschulgruppen, verfolgen wir das Ziel, ein nachhaltiges Unternehmen zu gründen, das sozial benachteiligten Menschen die Chance geben soll, ihren Platz auf dem Arbeitsmarkt und in der Gesellschaft zu finden – eine Herausforderung, die als Anspruch, für uns immer an erster Stelle steht. Als Grenzstadt, die seit 2015 viele tausend Geflüchtete passierten und teils zu ihrer neuen Heimat machten, nimmt Passau bis heute eine besondere Stellung im oft erschwerten Integrationsprozess von Asylsuchenden in Deutschland ein. An diesem Punkt setzt Aufgemöbelt an.

Nach mehreren Monaten des Pläneschmiedens und wieder Verwerfens, nahm unser Konzept schließlich Form an und wurde letztendlich mit der Produktion eines Prototypen zur gefestigten Projektidee, in das ein eifriges und motiviertes Team bis heute viel Herzblut steckt. Im Laufe der vergangenen Monate, absolvierte ein junger Mann aus Eritrea in Kooperation mit einem Passauer Schreinermeister erfolgreich sein erstes Praktikum. Da viele Handwerksbetriebe Schwierigkeiten haben, junge Menschen für eine Ausbildung in ihren Betrieben zu begeistern, möchte Aufgemöbelt auch hier langfristig Abhilfe schaffen und Asylsuchende auf diese Berufsmöglichkeit aufmerksam machen.

Wir sind stolz darauf, als Team in den letzten Monaten erste Erfolge im Verkauf erzielt, Kooperationspartner gewonnen und darüber hinaus wichtige Erfahrungen gesammelt zu haben. Was als vage, studentische Projektidee begann, können wir jetzt bereits ein kleines Start-up mit großem, grünen Herz mit anlaufenden Verkaufszahlen nennen, mit dem wir bald beim nationalen Enactus-Wettbewerb antreten werden.

Und wo findet man die Möbel-Unikate?

Zu unserem „Team“ gehören aber auch all diejenigen, die mit uns zusammen die Projektidee voranbringen und uns in vielfältiger Weise unterstützen – sei es als Praktikant, als Kooperationspartner für Produktion und Vertrieb oder mit dem Kauf eines unserer Produkte. Bei allen, die hinter uns stehen, wollen wir uns an dieser Stelle herzlich bedanken.

Die Möbel kann man z.B. im Kaffeewerk in der Innstadt anschauen und auch kaufen. Foto: Aufgemöbelt Passau

Die Möbel kann man z.B. im Kaffeewerk in der Innstadt anschauen und auch kaufen. Foto: Aufgemöbelt Passau

Und alle, die gerne mehr über uns erfahren möchten, laden wir ein, in unseren kooperierenden Gastronomiebetrieben – zum Beispiel im „Kaffeewerk“ in der Innstadt oder im „Wirtshaus zur Wurzn“ in Vilshofen – vorbeizuschauen oder unserem Stand beim Passauer Kulturjam am 26. und 27. Mai 2018 einen Besuch abzustatten, wo ihr unsere Produkte und das Team persönlich kennenlernen könnt. Bei Fragen oder Anmerkungen erreicht ihr uns auch gerne auf Facebook und Instagram (aufgemoebelt_passau) oder per E-Mail (aufgemoebelt@passau.enactus.de). Wir freuen uns über jegliche Art von Unterstützung, damit wir unseren kreativen Köpfen weiterhin die Möglichkeit geben können, den darin schlummernden Ideen freien Lauf zu lassen und etwas zu bewegen.

Anmerkung der Redaktion

Gastbeiträge geben nicht automatisch die Meinung der Redaktion wieder. Sie sollen zur Debatte anregen  – so wie auch jeder gute Kommentar auf Facebook. Wir geben deshalb allen unseren Lesern die Chance, ihre Meinung bei uns zu veröffentlichen und diese diskutieren zu lassen. Wir freuen uns über Gastbeiträge zu allen Themen an: redaktion@passau-erleben.de.

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