Die Tafel in Passau. Foto: Annalena Göttl
Die Tafel in Passau. Foto: Annalena Göttl

Die Passauer Tafel: Lebensmittel für 500 Menschen pro Woche

Die Tafel ist ein wichtiger Bestandteil im Leben mancher Menschen. Wenn man selbst nicht zu den Betroffenen gehört, setzt man sich nur selten mit diesem Thema auseinander. Was die meisten jedoch vergessen: jeder kann helfen! Ute Senff ist die Leiterin der Tafel in Passau und hat uns einige Fragen beantwortet:

Wer profitiert von der Passauer Tafel?

Zur Zeit werden wöchentlich 500 Personen mit Lebensmitteln versorgt. Diese setzen sich folgendermaßen zusammen:

  • Rentner mit sehr niedriger Rente
  • Alleinerziehende mit minderjährigen Kindern
  • Menschen, die aus geistigen oder körperlichen Gründen arbeitsunfähig sind
  • Hartz-IV-Empfänger
  • besondere Fälle, z.B. Obdachlose (nur sehr wenige)

Welche Lebensmittel stehen zur Verfügung?

Die Tafel erhält ausschließlich Waren, die wir so im Geschäft nicht mehr kaufen würden: sie stehen kurz vor dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums oder die Verpackung ist bereits beschädigt (z.B. verbeulte Dosen). Diese werden dann wöchentlich von größeren Supermärkten in Passau oder kleineren Geschäften mit dem Tafelfahrzeug abgeholt.

Manchmal erhält die Tafel aber auch noch länger haltbare Lebensmittel von Privatpersonen, u.a. von Privathaushälten, Schülern oder Kindergartenkindern.

Gibt es sonstige Spenden?

Zusätzlich zu Lebensmittelspenden gibt es zweckgebundene Geldspenden von Einrichtungen oder Vereinen. Diese dienen dazu, Lebensmittel zu kaufen, die nur selten von Supermärkten gespendet werden.

Zusätzlich setzen sich Passauer Studenten bei Rotaracter für die Tafel ein und versuchen 3 mal jährlich, Menschen im Supermarkt von Kauf-1-mehr zu überzeugen.

Reichen die Kapazitäten aus?

Die Kapazitäten sind sehr knapp. Ohne die privaten Lebensmittelspenden und die Einkäufe, die das Team mit Hilfe der Geldspenden tätigen kann, würde es laut der Leiterin schlecht aussehen. „Aber es sieht jede Woche anders aus, keine Woche ist mit der anderen vergleichbar, da wir im Voraus nie wissen, was wir erhalten“, so Ute Senff.

Wie kann man helfen?

Die Passauer Tafel freut sich sehr über ehrenamtliche Mitarbeiter. Bei Interesse kann man sich per Mail melden.

Wenn Sie einen Wunsch für die Tafel äußern könnten, welcher wäre es und warum?

Ute Senff: „Mein Wunsch für die Tafel – eigentlich sollte es uns in absehbarer Zeit nicht mehr geben. Aber das wird wohl nicht Realität werden. Deshalb wäre mein Wunsch: bitte keine haltbaren Lebensmittel kurz vor Ende des MHD wegwerfen, sondern bitte zur Tafel bringen (immer am Mittwoch ab 14 Uhr – Obere Donaulände 8).“

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